Treffpunkt Dennis van Lierop

Er ist ein Macher, arbeitet gern, hat schon viel erreicht und ist trotzdem entspannt: Dennis van Lierop, TIGI Education Manager Germany. Die Redaktion der CUTwalk hat sich mit Dennis van Lierop zum Gespräch getroffen.

Wenn Dennis van Lierop morgens ins Büro kommt, hat er meistens schon die ersten E-Mails per Blackberry beantwortet. Sein Tag in der deutschen Firmenzentrale von TIGI Haircare in Herrenberg bei Stuttgart beginnt mit einem frischen Espresso, während er seinen Posteingang checkt. „TIGI ist ein weltweit agierendes Unternehmen. Durch die unterschiedlichen Zeitzonen gehört es zum Alltag, dass wir morgens schon sehr früh mit unseren Partnern sprechen oder auch am späten Abend noch aktiv sind, wenn in anderen Ländern gerade mal die Sonne aufgeht“, erklärt Dennis van Lierop, Education Manager Germany von TIGI, „die internationale Kooperation erfordert daher auch sehr viele Meetings, Telefonkonferenzen und natürlich auch persönliche Gespräche vor Ort.“ Auf seinem Schreibtisch liegen Fotos und Unterlagen der neusten Kollektion, die er vor wenigen Tagen aus England mitgebracht hat. An den Wänden hängen Fotos von Shootings, Shows und Seminaren mit Friseur-Ikone Anthony Mascolo, Nick Irwin und weiteren Akteuren des internationalen Creative-Teams von TIGI.

So sah sein Alltag nicht immer aus. Bevor er vor rund vier Jahren das Education-Programm aufbaute, hatte er seinen eigenen Salon in Mülheim an der Ruhr und reiste durch ganz Deutschland, um Friseuren Seminare, Produktschulungen und Salonberatungen anzubieten. „Das hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht. Ich habe es keinen Tag bereut, dass ich mein Studium abgebrochen habe, um Friseur zu werden.“ Nach dem Abitur wollte Dennis von Lierop eigentlich Ton-Ingenieur werden und studierte zunächst Elektrotechnik. Mitten in einer Vorlesung wurde ihm klar, dass dieses Studium nichts für ihn ist. „Eines Montagmorgens saß ich im Hörsaal, umringt von 500 unrasierten Männern ohne Kohle in der Tasche, die in einer Vorlesung den Ausführungen des Professors folgten. Das kann doch wohl nicht alles sein, habe ich mir gedacht, hier fehlt eigentlich alles, was mir gefällt, insbesondere Kreativität und Action.“

Als er seinen Eltern mitteilte, dass er sein Studium abbrechen werde, um eine Ausbildung als Friseur zu machen, war die Familie überrascht und erfreut zugleich. Dennis van Lierop kommt aus einer Friseurfamilie und setzt diese Tradition nun in der dritten Generation fort. Die Anfänge waren nicht leicht, denn für den Einstieg in den Beruf war er eigentlich zu alt. Deshalb suchte der charismatische Ruhrpottler sich einen Betrieb aus und überzeugte seinen Meister, ihn auszubilden. „Ich habe mich bei der Handwerkskammer erkundigt, welcher der beste Ausbildungsbetrieb ist, und bin dann dorthin gegangen und habe mich beworben“, schildert Dennis seine Entschlossenheit, „Herr Schürmann, habe ich gesagt, Sie kennen mich nicht und ich bin auch zu alt, aber Sie haben den besten Ausbildungsbetrieb weit und breit und ich bin ab sofort ihr Lehrling.“

Dennis hat seinen Ausbilder nicht enttäuscht. Neben seinen üblichen Aufgaben als Auszubildender entwickelte er auch Eigeninitiative, denn er wollte nicht nur seine Prüfung bestehen, sondern ausgezeichnete Ergebnisse erzielen und ein sehr guter Friseur werden, um in seinem Beruf Karriere machen zu können. 

„Das war schon eine große Veränderung. Vom Hörsaal in die Berufsschule“, beschreibt Dennis van Lierop seinen Einstieg in seinen Traumberuf, „ich war überrascht, wie umfangreich diese Ausbildung ist, und sie hat riesig Spaß gemacht. Ich habe von Anfang an losgelegt und wollte mit einer möglichst guten Note abschließen. Die Ausbildung in der Berufsschule hat mich in vielerlei Hinsicht wieder auf den Boden geholt. Ich konnte zwar spielend die Fläche unter einer gebogenen Brücke berechnen, aber mit dem einfachen Dreisatz hatte ich erstmal meine Schwierigkeiten. Am wichtigsten war mir jedoch, dass ich endlich kreativ arbeiten konnte und dafür habe ich gelebt.“

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Dennis van Lierop gehört nicht zu den Menschen, die warten, bis sich Gelegenheiten ergeben – er schafft sie. Um sein neu erworbenes Wissen an Kunden umsetzen zu können, ging er abends in die Clubs und Discos und lud junge Frauen zu einem Haarschnitt in seinen Lehrbetrieb ein, den Salon Schürmann in Dinslaken. Unter den strengen Augen seines Ausbilders verpasste Dennis seinen Modellen hochwertige Stylings, für die er lediglich einen Obolus verlangte. „Irgendwie gab es für mich von Anfang an kein Entrinnen“, so Dennis, „ich wollte schneiden. Natürlich hat es mir auch gefallen, einen guten Grund zu haben, Frauen anzusprechen.“ Es kam, wie Dennis es sich gewünscht hatte: Er machte einen sehr guten Abschluss und hatte ein Maximum an praktischen Erfahrungen umgesetzt. „Jetzt war es soweit für den nächsten Schritt, und auch der war schon seit einiger Zeit in Planung. Auf die Fährte hatte mich ein Schulungsvideo von Anthony Mascolo gebracht, das im Ausbildungssalon lief. Immer wieder habe ich mir Anthony angeschaut. Da hatte ich einen meiner hellen Momente und der Entschluss stand fest – ich wollte für Anthony Mascolo arbeiten.“

Diesen Vorsatz hat Dennis van Lierop in die Tat umgesetzt und als  kreativer Kopf von TIGI Deutschland hat er viel erreicht. „Als ich vor vier Jahren den Job als Education Manager in Deutschland übernommen habe, gehörte der Aufbau eines erfolgreichen Schulungsprogramms zu meinen Hauptaufgaben. Um festzustellen, was Friseure wirklich brauchen, haben wir den Markt gründlich analysiert. Das internationale Education-Programm musste in das bereits bestehende Ausbildungsprogramm in Deutschland integriert werden. Das Ergebnis ist ein umfassendes und sehr effektives Education Programm, das unsere Kunden bei der Weiterentwicklung unterstützt und gezielt nach vorne bringt. Es handelt sich dabei nicht um ein starres System, das routinemäßig angewendet wird, sondern eher um einen Prozess, der immer wieder neue Entwicklungen – wie beispielsweise das Ambassador Programm – zutage fördert. Education ist der Schlüssel zum Erfolg, und der kreative und finanzielle Erfolg unserer Salons ist unser Ziel, das wir maximal unterstützen wollen.“

Einsatz muss nach seiner Auffassung jeder bringen, der erfolgreich sein möchte. „Wenn ein Friseur sich Gedanken darüber macht, womit er seine Kunden glücklich machen kann, dann hat er den richtigen Beruf erwischt. Er sollte sich und sein Team ständig weiterentwickeln, denn schließlich handelt es sich um eine Modebranche, und die ist nun mal Trends unterworfen. Der Kunde möchte über aktuelle Trends informiert sein und auch über entsprechende Schnitte und Farben beraten werden. Das ist eigentlich das A und O in unserer Branche“, macht Dennis deutlich und er weiß, wovon er spricht, denn schließlich ist er in einer Friseurfamilie aufgewachsen und war selber viele Jahre in diesem Beruf tätig, „und dabei unterstützen wir Friseure, interpretieren die Trends und setzen sie in Haarmode um. Damit ermöglichen wir jedem Friseur jederzeit up to date zu sein und gemeinsam mit seinem Team erfolgreich zu werden.“

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