Treffpunkt Sebastian Lynen

Als Sebastian Lynen seine Ausbildung in einem klassischen Damensalon in Aachen begann, wollte er einfach nur ein guter Friseur werden. Doch dann packte ihn die Leidenschaft für das Handwerk, die ihn auch heute noch motiviert, neben seinen umfangreichen Aufgaben als Saloninhaber rund 40 Wochenenden im Jahr als internationaler Trainer Friseure in Europa und den USA auszubilden. 

„Ich wusste, dass ich etwas mit den Händen machen wollte, etwas Kreatives auf jeden Fall. Ich hätte mir auch vorstellen können, Schaufensterdekorateur zu werden“, beschreibt Sebastian Lynen seinen Einstieg in den Beruf. „Als ich dann meinen Schulabschluss hatte, wurde es ernst und ich musste mich entscheiden. Meine Eltern hatten einen kleinen Friseursalon und deshalb hatte ich einen sehr guten Einblick in den Friseuralltag. Ich weiß heute nicht mehr genau, warum ich mir damals die Berufswahl so schwer gemacht habe. Aber ich erinnere mich noch gut an das schöne Gefühl, das ich hatte, als die Entscheidung endgültig gefallen war.“ 

Schon während der Ausbildung nutzte Sebastian Lynen fast jede Chance, seine handwerklichen Fähigkeiten durch die Teilnahme an Wettbewerben zu trainieren. Dadurch machte er erste Erfahrungen auf der Bühne und ihm wurde klar, dass er „später“ auch einmal als Trainer arbeiten möchte. „Nach der Ausbildung wollte ich mich fachlich weiterentwickeln und bin deshalb zu Tony & Guy nach Köln gegangen. Doch nach dreieinhalb Jahren Arbeit im Salon und zahlreichen Fortbildungen, Seminaren und Workshops war ich bereit für den nächsten Schritt. Ich wollte nicht länger für andere arbeiten, sondern selber entscheiden, wie im Salon gearbeitet wird. Ich war voller kreativer Ideen, die ich unbedingt umsetzen wollte. Es war an der Zeit, eigene Wege zu gehen.“ 

Es folgte eine „Versuchsphase“ im Salon des Vaters in der Nähe von Aachen, der zu dieser Zeit mit einer Friseurin und einer Auszubildenden arbeitete. „Ich habe mit meinem Vater gesprochen und bin dann 2004 mit eingestiegen. Die Zusammenarbeit im Salon Lynen lief besser, als wir beide dachten. Wir waren uns auch darüber einig, dass ich auch weiterhin an Fortbildungen teilnehmen werde. Als mir ein Freund von einer Roadshow von Sexy Hair erzählte, bin ich kurzerhand mit ihm dorthin gegangen, obwohl ich von dieser Marke noch nie im Leben etwas gehört habe. Damals hat Rafe Hardy neue Trends auf der Bühne präsentiert – und mein bisheriges Weltbild als Friseur auf den Kopf gestellt. Von den Ergebnissen war ich wirklich sehr begeistert, aber von der Art Haare zu schneiden, hatte ich bis dahin noch nichts gehört oder gesehen. Damals saß ich mit einer gehörigen Portion Überheblichkeit im Publikum und habe gedacht, die ticken nicht richtig. Bei denen ist wirklich alles anders. Sie halten die Scheren anders, stehen anders und unterteilen die Haarpartien anders.“ Als am Ende des Abends ein Einsteigerseminar angeboten wurde, trug Sebastian sich in die Teilnehmerliste ein, denn er wollte wissen, was hinter der Technik „Structure in Motion“ steckt, die eigens von Sexy Hair-Gründer Michael O’Rouke entwickelt wurde, und darauf basiert, die körperliche Belastung für Friseure zu vermeiden und schneller zum gewünschten Ergebnis zu kommen. 

„Wir müssen offen sein, um Neues aufzunehmen“ – Sebastian Lynen

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„Nach der Promotion-Veranstaltung habe ich einen Hauch von Ahnung bekommen, was hinter der Philosophie von Sexy Hair steckt. Eines wurde schnell klar: wir müssen offen sein, um Neues aufzunehmen. Ich habe meine arrogante Haltung durch eine offene ersetzt und war schon nach dem ersten Tag Feuer und Flamme“, macht der charismatische Aachener deutlich. Es folgten weitere Fortbildungen und es dauerte nicht lange bis zum ersten Intensiv-Seminar im internationalen Sexy Hair Schulungsinstitute „Institute of Courage“ in Los Angeles. „Nach dem ersten Seminar in meinem Salon stellten wir systematisch auf Sexy Hair um. Das war eine der klügsten geschäftlichen Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Heute arbeiten 13 Mitarbeiter im Salon und der Kundenstamm wächst weiter. Ich bin so froh, dass mein Vater immer noch im Salon ist, denn mittlerweile bin ich wirklich viel unterwegs.“ 

Als Sebastian seine Karriere als International Educator bei Sexy Hair begann, gab es noch keine Schulungskonzepte in Deutschland und er erhielt die Chance, sie nach Deutschland zu bringen. „Als ich in den USA das erste Mal mit Rafe auf der Bühne stand, habe ich fast vergessen zu atmen. Eine Veranstaltung mit rund 800 Leuten kannte ich bis dahin nicht, und eine Kamera, die jede einzelne Handbewegung auf eine Großleinwand projiziert, war mir bis dahin auch noch nie gefolgt. Ein irres Gefühl, diesen Tag werde ich nie vergessen.“

Seither haben dem 31-Jährigen viele Friseure auf die Hände geschaut, denn er gibt sein Wissen gerne weiter und hat sehr viel Spaß bei der Arbeit. „Früher war es für mich undenkbar in einen Flieger zu steigen, um Seminare in den größten Metropolen zu geben. Mein Leben hat sich vollständig verändert. Sexy Hair Deutschland ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat 2010 eine eigene Akademie gegründet. Jetzt bin ich selbst auf der Suche nach talentierten Trainern, denn wir brauchen unbedingt Verstärkung. Bei Sexy Hair kann man seine Leidenschaft für unser schönes Handwerk leben.“

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